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Thema: Das Kafenion

  1. #1
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    Standard Das Kafenion

    Hallo,

    ich habe in den letzten Jahren schon einige Ecken, d.h. wunderschöne Städte und reizende Dörfer, auf Kreta kennen gelernt.

    Ich war aber noch nie in einem Kafenion. Habe natürlich viele gesehen und mir aus Abstand - neugierig - die Menschen angesehen, die dort gemütlich beim Kaffee sitzen, reden, oder spielen. Ich habe mich bisher noch nicht getraut, mich dort mal für ein Kaffeepäuschen hinzusetzen.
    Ich möchte aber mal.

    Ist es immer noch so, dass Frauen in den Kafenia nicht gern gesehen werden? Sind diese Art der Kaffeehäuser vom Aussterben bedroht?

    Bin gespannt auf eure Erfahrungen.

    Grüße
    Inge

  2. #2
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    Hallo Inge,

    natürlich sind die Kafenia ein Relikt der alten Zeit, mit dem entsprechenden Publikum, die jungen Leute gehen dann schon eher ins Cafe.
    Entsprechend bleiben natürlich auch die "alten Zöpfe", wie beispielsweise die Tradition, daß im Kafeneion nur Männer sitzen.

    Allerdings wird Dir als erkennbarer Touristin niemand den Kopf abreissen, wenn Du da mal rein gehst und nen "Ellinikos" trinkst.
    Ob es dann allerdings noch möglich ist, die ungestörte Original-Atmosphäre einzufangen mag ich bezweifeln.
    Nicht immer werden sich die Menschen unbekümmert weiter unterhalten, so als wenn sie unter sich wären.

    Trotzdem bleibt viel hängen, machs einfach mal.

    Schönen Gruß hermann
    Ist noch λ ? Ja, aber das φ ist noch ρ !

    Alle Infos über Frangokastello:http://www.Frangokastello-und-Meehr.de
    Unser aktueller Reiseblog:http://www.HerrMANaufReisen.wordpress.com

  3. #3
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    Hallo, sicher kommt es auch darauf an, wo und wann. Wir waren einmal Ende Dezember in Anogia, es war ziemlich kalt . Wir sind in ein Kafenion gegangen, haben Kaffee bestellt und als wir zahlen wollten, hiess es , wir seien eingeladen. Ich war die einzige Frau dort, hatte aber nicht den Eindruck, dass es nicht gern gesehen wurde . Wenn ich dort allein rein wäre, dann glaube ich, wäre es genauso abgelaufen. Es war richtig gemütlich da, alle sassen um den Bollerofen , freundlich und offen.
    Η Κρήτη βρίσκεται στην καρδιά μου

  4. #4
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    ein sehr interessantes Thema hast Du da aufgemacht, Sarnade!
    Mir käme es niemals in den Sinn, als Frau irgendetwas nicht zu tun, was für einen Mann selbstverständlich ist. Es kann viele Ursachen dafür geben, warum erwachsene Frauen unserer Generation und vielleicht auch noch späterer Generationen nicht einfach tun was sie tun wollen, sondern alle möglichen Hinderungsgründe dafür finden etwas nicht zu tun. Muss jede Frau, jeder Mensch, selbst entscheiden und es ist wahrscheinlich nicht nur eine Frage des Willens, sondern der Veranlagung, der Erziehung, des Charakters und der individuellen Emanzipation und Erfahrungen.

    Fremde Traditionen und Menschen kennenzulernen ist Teil der Motivation vieler Menschen, ins Ausland zu reisen. Aber Vorsicht, das hat etwas Voyeuristisches; Traditionen verändern sich, Menschen verändern sich. Wie kommen wir dazu, davon auszugehen, dass für uns als Zuschauer alles so zu bleiben hat, wie wir es als Entdeckungs-Reisende vorfinden? Jüngere Menschen, Männer und Frauen, gehen eher in ein Cafe als in ein Kafenion, aber das hängt natürlich auch alles davon ab, welches Angebot man an einem bestimmten Ort vorfindet. Jeder selbst trägt in irgendeiner Form dazu bei, ob eine Gewohnheit, eine Tradition, für immer in Stein gemeißelt bestehen bleibt oder ob sie sich im Laufe der Jahre, der Jahrzehnte, der Jahrhunderte verändert. Alles verändert sich, ob wir es wollen oder nicht. Wir können Veränderungen zulassen oder sogar selbst forcieren oder wir können sie versuchen zu blockieren; alles Charaktersache (natürlich nicht negativ gemeint).

    Ich stimme Hermanns Meinung zu 100% zu. Was würde passieren, wenn eine Frau alleine in ein Kafenion ginge, um einen Kaffee zu trinken? Mit der vermeintlichen Original-Atmosphäre wäre es wohl dahin, aber ist das nicht auch so, wenn irgendein beliebiger Fremder, auch ein fremder Mann, hinein ginge?
    Ja klar würde niemand dieser Frau den Kopf abreißen, und klar, alle würden sich vermutlich für die Zeit der Anwesenheit dieser Person irgendwie anders verhalten als ohne diese Person. Ist doch ganz normal.

    @ Kiki: das genau glaube ich nicht, dass es genauso gewesen wäre, wenn Du als Frau alleine in das Kafenion gegangen wärst. Ich vermute eher, dass dann keiner der anwesenden Männer sich getraut hätte, Dich anzusprechen.

    Mich als allein reisende Frau hat es immer interessiert zu sehen, wie Menschen sich in ungewohnten Situationen verhalten.
    Alleine (auch am Abend) in ein gutes bis sehr gutes Restaurant zu gehen war für mich immer ein besonderes Erlebnis. In ein Kafenion zu gehen käme mir nur deshalb nicht in den Sinn, weil ich a) sehr selten einen Kaffee trinken möchte und b) die offene, lockere Atmosphäre eines modernen Cafes mit gemischtem Publikum vorziehe.

    Sarnade ich bin sehr gespannt, ob Du Dich dazu entschließen wirst und hoffe, Du berichtest danach!

  5. #5
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    Zitat Zitat von chicarena Beitrag anzeigen
    Was würde passieren, wenn eine Frau alleine in ein Kafenion ginge, um einen Kaffee zu trinken?
    Gar nichts.
    Man würde dich freundlich bedienen, und hinter deinen Rücken vermutlich ein paar spekulative Bemerkungen machen. Da man davon ausgeht, dass du Touristin bist und kein Griechisch verstehst, würde man sich diesbezüglich auch auch kaum Zurückhaltung auferlegen. Vielleicht wirst du auch neugierig ausgefragt.
    Und danach geht alles weiter wie gehabt.
    Grüßle,
    Kithira
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  6. #6
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    Zitat Zitat von Kithira Beitrag anzeigen
    ...
    Man würde dich freundlich bedienen
    ...
    Auf Kreta wahrscheinlich schon.
    In alten Kafenia kann es aber auch passieren, dass gar nichts passiert. Da wartet man darauf, dass der Gast sich meldet. Er hat nämlich von alters her das Recht, sich einfach nur hin zu setzen.
    MfG Günt(ohne h)er εν οιδα οτι ουδεν οιδα (Σωκράτης )
    Meine Reise-Impressionen

  7. #7
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    Auf Skopelos saß ich in einem alten Kafenion.
    Eine Familie mit Kindern wurde abgewiesen, zumindest hatte es so den Anschein.
    Liebe Grüße
    Pezl

  8. #8
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    Eine Freundin und ihr Mann, die lange ein Kafenion auf Kreta hatten, sagt, dass die Frauen, die früher ins Kafenion kamen, einen schlechten Ruf hatten .

    Einheimische Frauen in männlicher Begleitung , das war in Ordnung.

    Touristinnen müssen sich keine Sorgen machen, sie werden gänzlich anders taxiert.
    Η Κρήτη βρίσκεται στην καρδιά μου

  9. #9
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    Vor langer langer Zeit fragte ich male einen Griechen in Chania, wo denn eigentlich die Frauen seien,
    die öffentlich nicht auftauchten und bekam zur Antwort, die säßen zuhause und tränken Raki.

  10. #10
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    Mit der Androhung eines schlechten Rufes hat man Frauen lange genug davon abhalten können, zu tun und zu lassen, was sie wollen.
    Das sollte doch endlich vorbei sein. Ich bin wie Kithira davon überzeugt, dass man als Frau (alleine) höflich bedient wird, wenn man sich traut.
    Nur weil eine Frau einen Kaffee trinken möchte, wird man ihr sicher nichts Schlimmes unterstellen. Vielleicht ist unter den anwesenden Männer sogar einer, der ebenso unkonventionell und offen für Veränderungen ist. Die meisten sind vermutlich nur unsicher, weil es eine noch nicht alltägliche Situation wäre.
    Lass Dich nicht kirre machen, Sarnade!

  11. #11
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    Mhh, also man bzw. hier frau sucht etwas authentisches, und macht es dadurch kaputt. Überspitzt formuliert.
    Das ist das Dilemma des modernen Individualtourismuses.

    Kam heute ein Artikel in der Stuttgarter Zeitung zum Thema, bzw. zu dem Buch „Die Welt im Selfie“ von Marco d’Eramo.
    https://www.stuttgarter-zeitung.de/i...7439a2507.html
    Grüßle,
    Kithira
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  12. #12
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    Sehe ich nicht überspitzt formuliert, sondern genau am Punkt getroffen.
    Liebe Grüße
    Pezl

  13. #13
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    Danke für Eure Kommentare und Gedanken.

    Rena, mir geht es ja nicht nur um den Kaffee, den ich dort trinken möchte. Ich bin einfach neugierig und möchte mal "mittendrin" sein.
    Meine Bedenken gegen das Eindringen in diese alte Tradition hat wahrscheinlich etwas mit Respekt zu tun. Respekt vor Bräuchen, Ritualien etc.
    Damit bin ich nicht alleine, sonst hätten die Kafenia wohl mehr touristische Gäste.

    Kithira, ich möchte durch meine Anwesenheit in einem Kafenion natürlich nichts kaputt machen. Das werde ich als Einzelperson auch gar nicht schaffen.
    Es gibt sicher mehr Selfimenschen als neugierige Frauen, die mal in einem Kafenion sitzen möchten.

    Ich werden spätestens Ende September berichten, ob ich Raki im Hotel, oder Kaffee im Kafenion getrunken habe.

    Grüße
    Inge

  14. #14
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    Sarnade, einfach mal machen. Lohnt in jeder Hinsicht!
    LG, Tom

  15. #15
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    Mhh, also man bzw. hier frau sucht etwas authentisches, und macht es dadurch kaputt. Überspitzt formuliert.
    Das ist das Dilemma des modernen Individualtourismuses, Zitat Kithira

    Ja, diese Gefahr sehe ich auch, grundsätzlich. Kommt jedoch ganz darauf an, wie sich der Einzelne verhält. Der Tourist, der Einheimische begafft wie Tiere im Zoo, wird, egal wo, nicht besonders willkommen sein.
    Wer sich aber ganz normal und nicht überheblich verhält und sich "unter die Leute" mischt, wird auch normal behandelt. Daran glaube ich.

    Ich bin mir sicher, Sarnade, dass Du mit dem nötigen Respekt in ein Kafenion gehen würdest; nicht nur um einen Kaffee zu bekommen! Bin gespannt!
    übrigens für mich ein Grund, es nicht zu tun: meistens wird dort hemmungslos gequalmt, und das ist das gute Recht der Leute, die sich dort gerne aufhalten. (Für mich sind Zigaretten oder sonstiger Qualm ein absolutes K.O.Kriterium)

  16. #16
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    Wenn wir von denselben Kafenions reden, ich meine diese wo vor allem ältere Männer anwesend sind,
    auch von Frauen besucht werden, dann sind das keine typischen Kafenions mehr.
    Liebe Grüße
    Pezl

  17. #17
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    was darf sich typisch nennen? ich denke man sollte das vielleicht mit einem bestimmten Zeitpunkt oder einer bestimmten Phase in Verbindung bringen.
    Alles was wir heute typisch finden, hat sich auch erst im Laufe der Zeit zu dem entwickelt, was es heute ist. Und es wird sich weiter entwickeln und spiegelt dann vielleicht in einigen Hundert Jahren ein anderes "typisch" wieder.

    Manchmal glaube ich, die heutigen Griechen sind toleranter als manche Menschen aus anderen Ländern und Kulturen....
    Manchmal glaube ich es auch nicht....

    Ich wäre dafür, es den Menschen selbst zu überlassen; bekanntlich gibt es überall solche und solche. Es regelt sich vieles von alleine. Wenn man nicht willkommen ist, sollte man nicht hingehen. Aber wie könnte man das herausfinden, wenn man sich nicht auf einen Versuch einlässt?

    Vielleicht gibt es irgendwann keine Kafenions mehr, wenn diese älteren Männer gestorben sind? Alles hat seine Zeit. Nichts ist für ewig.
    nachdenkliche Grüße
    Rena

  18. #18
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    "Ursprünglich war das Kafenio Männern vorbehalten, Frauen bevorzugten analog dazu den Besuch von Konditoreien oder die nachmittägliche Kaffeerunde bei Freundinnen. Auch heute hält sich im Kafenio tagsüber zumeist nur die ältere männliche Bevölkerung eines Ortes auf. Jüngere Freundeskreise meiden das Kafenio zugunsten der Kafeteria, die einer Cafe-Bar entsprechen, hierbei spricht man auch von Kafenia der „neuen Generation“. Die Geschlechtertrennung ist hier nicht mehr vorhanden, auch im traditionellen Kafenio sind mittlerweile Frauen anzutreffen. Für Reisende wurde jedoch diese Regel schon immer übergangen. "

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kafenio
    Η Κρήτη βρίσκεται στην καρδιά μου

  19. #19
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    Hallo zusammen,

    wenn wir auf Kreta Touren unternehmen, besuchen wir auch einige Kafenia, die an unseren Hauptrouten liegen, mehr oder weniger regelmäßig auf einen Ellinikó oder Frapé.
    Man (er)kennt uns, unser Urlaubsgriechisch reicht mittlerweile für eine einfache Konversation über das Woher und Wohin, das Wetter oder auch das persönliche Befinden aus.
    Anfangs wurden wir taxiert und beobachtet, inzwischen freut man sich, uns (wieder) zu sehen.

    Wir beobachteten in den letzten Jahren, daß die Frauen fortgeschrittenen Alters zwar grüßen und ein paar Worte mit den Anwesenden wechseln,
    sich aber nicht niederlassen, sondern weitergehen.
    Frauen mittleren Alters hingegen beziehen durchaus auch einmal Platz im Kafenio, allerdings meist etwas abseits und oft auch nur dann,
    wenn die Frau oder eine Tochter des Hauses im Kafenio mitarbeitet oder es führt.

    Nach unserer Beobachtung fühlen sich die Anwesenden in ihrer Konversation durch uns meist nicht gestört.

    An einem Sonntagvormittag bezogen wir etwas abseits einen Platz in einem Dorf-Kafenio, grüßten in die Runde der Anwesenden und bestellten auf Griechisch Frapé.
    Zunächst brach sämtliche Konversation abrupt ab, man taxierte uns. Nach einer Minute fragte uns einer der Anwesenden, wie sich später herausstellte, der Bürgermeister,
    ob wir Griechisch verstehen. Wir antworteten, daß wir nur wenig verstehen, daß wir auf Griechisch bestellen und über das Wetter reden könnten.
    Allgemeines Gelächter, wir wurden außer unserem Frapé bestens mit Méze und Rakí versorgt, man kommunizierte auf Englisch mit uns und
    als wir zahlen wollten, hieß es, wir seien eingeladen.

    Ob man als Fremder in einem Kafenio geduldet bzw. akzeptiert wird, ist wohl immer auch eine Frage des Auftretens.
    In 18 Jahren Urlaub auf Kreta sind wir nur ein einziges Mal abgewiesen worden. Der Herr des Kafenio hätte uns einen Frapé serviert,
    die Dame des Hauses meinte, sie hätte keinen Frapé - obwohl einheimische Gäste Frapé tranken. Eine Geste des Bedauerns vom Chef, dann zogen wir weiter.

    VG Anja & Thomas
    Holzwege eröffen einem oft neue Perspektiven. Allerdings enden sie über kurz oder lang im Wald.


  20. #20
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    Nachtrag:

    Während der Vorbereitungen auf unseren ersten Kretaurlaub im Jahre 2000 lasen wir natürlich auch, daß man als Tourist - und eben als Frau - Kafenia nach Möglichkeit meiden sollte,
    woran wir uns auch hielten.

    Eines Tages auf Tour war uns der weitere Weg nicht klar, die einzige Möglichkeit, jemanden nach dem Wege zu fragen, tat sich in Form eines Dorf-Kafenio auf.
    Ich stoppte also vor dem Kafenio, stieg aus, ging hinein, grüßte, fragte, ob jemand Deutsch oder Englisch spricht, der anwesende Papas bejahte und lud mich ein, Platz zu nehmen.
    Auf meinen Einwand, daß meine Frau im Auto wartet, antwortete er, daß sie auch eingeladen sei.
    So saßen wir im Kafenio, für die Einheimischen das Highlight des Tages, lernten kretische Lebensart kennen und der Weg wurde uns auch gezeigt.
    Seitdem legten wir die Berührungsangst ab.

    VG Thomas
    Geändert von Anja&Thomas (5.August.2018 um 12:48 Uhr)
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  21. #21
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    Das ist natürlich alles völliger Unsinn, projektiv und voller Vorurteile.
    Frauen gehen ganz von selber meist nicht gern in ein Kafenion (sie quatschen gern
    unter sich, ganz genau wie Männer). Über die, die es tun, verwundert man sich möglicherweise, mehr nicht.
    Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah

  22. #22
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    Mensch, Orloff,
    das ist jetzt aber ein Vorurteil gegenüber Frauen und sehr verallgemeinernd.
    Wie willst Du wissen, was Frauen gerne tun bzw. nicht gerne tun? bist doch keine Frau, wenn ich das richtig in Erinnerung habe!
    (Vorsicht, keine falsche Spekulation bitte! ich meine das nur verbal)
    Auf Statistiken sollte man sich auch nicht unbedingt verlassen, denn da bleiben individuelle Vorlieben außen vor.

    @ Thomas & Anja:
    Habt Ihr eine Idee, aus welchem Grund Ihr in dem einen Fall abgewiesen wurdet?

    Ich bin absolut gleicher Meinung: es ist eine Frage des Auftretens. Irgendwo zwischen Unsicherheit und herablassender Überheblichkeit liegt wohl meistens die Wahrheit. Freundlichkeit, Interesse und Respekt, wie von Sarnade beschrieben, dürften meistens zum Ziel (Brücke von Mensch zu Mensch) führen.
    Aber wie es halt so ist, nicht jeder kann mit jedem. DAs hat nicht unbedingt mit Tradition zu tun.

  23. #23
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    Ich finde es viel interessanter, was an alten Männern, die Kaffee trinken und über Gott und die Welt reden, denn so spannend sein soll. Persönlich finde ich Leute (und die gibts auch in Kafenia), die über Frauen lästern, die irgendwo alleine hingehen, nicht persönlich sympathisch...egal woher sie sind. In diesem Sinne, wünsche ich den Griechenland mit der Seele suchenden Frauen hier drin viel Erfolg in den total spannenden Kafeneia, die garantiert nicht spannender sind als die Kafeterien oder moderne Coffee Shops.

  24. #24
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    Hallo Rena,
    Zitat Zitat von chicarena Beitrag anzeigen
    ...

    @ Thomas & Anja:
    Habt Ihr eine Idee, aus welchem Grund Ihr in dem einen Fall abgewiesen wurdet?

    ...
    man könnte nur spekulieren. Madame wird ihren Grund gehabt haben.
    Wir unternahmen in all den Urlauben danach auch keinen zweiten Versuch mehr, obwohl wir öfter dort vorbeifuhren.

    VG Anja & Thomas
    Holzwege eröffen einem oft neue Perspektiven. Allerdings enden sie über kurz oder lang im Wald.


  25. #25
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    Ihr seid nicht abgewiesen worden. Missverständnis. Ihr wart so gepolt, unsicher, schon erwartend, dass das irgendwie komisch wird. Man wird nicht abgewiesen in einem öffentlichen Cafe. Schon gar nicht auf dem Lande bzw. auf Kreta!
    Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah

  26. #26
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    Wie auch immer, es ist mittlerweile auch schon ewig her.


    VG Thomas
    Holzwege eröffen einem oft neue Perspektiven. Allerdings enden sie über kurz oder lang im Wald.


  27. #27
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    Klar. Darüber nicht so viele Gedanken machen!
    Das Fremde, das Andere sagt einem viel über das Eigene.
    Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah

  28. #28
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    Zitat Zitat von Orloff Beitrag anzeigen
    Ihr seid nicht abgewiesen worden. Missverständnis. Ihr wart so gepolt, unsicher, schon erwartend, dass das irgendwie komisch wird. Man wird nicht abgewiesen in einem öffentlichen Cafe. Schon gar nicht auf dem Lande bzw. auf Kreta!
    das glaube ich auch

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