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Thema: Waffenstillstand auf Kreta 1945

  1. #1
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    Standard Waffenstillstand auf Kreta 1945

    Heute vor 75 Jahren, war Waffenstillstand auf Kreta,
    2 Tage später als in Deutschland.
    https://www.kreta-wiki.de/wiki/Dokum...ation_9.5.1945

    Zwischen Deutschen und Briten wurde eine stufenweise Übergabe der verbliebenen Kernfestung [um Chania] vereinbart.
    Die Deutschen behielten zunächst ihre Waffen und waren noch bis in den Juni hinein als Ordnungskräfte für die Engländer tätig
    (Einsätze gegen Andarten [Partisanen] und Verhaftungen).

    Die Briten fürchteten Übernahme der deutsche Waffen und Munitionsvorräte durch die Kreter.
    Auf ihre Anweisung hin vernichteten die Deutschen Granaten und Munition und sprengten ihre Panzer und Fahrzeuge.

    Während der Besatzungszeit (ab Mai 1941) waren 3474 Kreter von den Deutschen exekutiert worden [Geiselerschießungen].

    > Marlen von Xylander: Die deutsche Besatzungsherrschaft auf Kreta 1941-1945, Freiburg 1989, ISBN 3-7930-0192-X, S. 137 ff


    s.a. https://www.kreta-wiki.de
    .
    Gruß,
    Wolfgang


    Fotos von Kreta

  2. #2
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    Danke Wolfgang für diesen Beitrag.

    Als ich 1978 das 1. mal auf Kreta war (und so nebenbei meinen Mann kennen gelernt habe), hat mein Vater (1934 geboren) mich darauf aufmerksam gemacht, wie die Deutschen auf Kreta im Krieg "gehaust" haben. Als junge Frau war mir das nicht bewusst. Ich habe mich dann gewundert und gefreut, dass ich als Deutsche so sehr freundlich willkommen geheißen wurde und habe mich hinterher ein wenig in das Thema eingelesen. Gibt ja genug Literatur für Leseratten.

  3. #3
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    Ergänzung

    Das oben angeführte Buch von Xylander ist nicht mehr zu bekommen, auch antiquarisch nicht.

    Es gibt aber eine aktualisierte Version des Textes im Buch ANDARTIS von Karina Raeck, (1995 und 2005, Seiten 95 bis 192).
    Das ist noch antiquarisch zu finden.

    Eine Neuauflage des Buches von Raeck gibt es im Verlag Balistier, Mähringen 2016:
    http://www.kreta-buch.de/webseite/de...26artikel%3D51

    Den "älteren" Forumsmitgliedern sind diese Infos nichts Neues.
    Mit Eintrag "Andartis" im Suchfeld des Forums können auch entsprechenden Beiträge gefunden werden.

    Das Thema "Deutsche Besatzung auf Kreta" mit ihren Grausamkeiten und Menschenrechtsverletzungen sollte sich (zumindest) jeder, der sich öfters auf Kreta aufhält, zu Gemüte führen.
    Wer sich dazu nicht durch dicke Bücher lesen will, findet hier eine sehr gute Einführung.
    .
    Gruß,
    Wolfgang


    Fotos von Kreta

  4. #4
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    Sehr gut, danke dass du wieder darüber schreibst!
    Gruß,
    Anette

  5. #5
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    Während des Zweiten Weltkriegs erschien von 1941 - 1945 in London im Verlag Maxwell Publishing eine deutschsprachige Tageszeitung (später nur einmal wöchentlich): "Die Zeitung : Londoner deutsches Wochenblatt". Über den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek kann man die digitalisierte Ausgabe dieser Zeitung finden.
    In der Nummer 183 vom 11. Oktober 1941 findet sich ein Artikel über einen Brief des damaligen griechischen Ministerpräsidenten Emmanouil Tsouderos (Tsouderos hatte am 21. April 1941 den Auftrag von König Georg II. zur Bildung einer Regierung angenommen. Zwei Tage später ging er mit seinem Kabinett zunächst nach Kreta. Bereits einen Monat darauf ging die Regierung während der Luftlandeschlacht um Kreta ins Exil nach Ägypten). In diesem Brief an Winston Churchill berichtet Tsouderos schon über "Deutsche Greuel in Kreta":
    Nach der Einnahme von Kreta haben die Deutschen die Dörfer Skine, Prasse und Kandanos völlig niedergebrannt. Wo diese Dörfer einstmals standen, haben die Deutschen Tafeln mit der Aufschrift: Hier lag einmal Skine, Prasse, usw. aufgestellt ... Die Nazis haben jedes einzelne Haus und jeden Laden in Städten und Dörfern ausgeplündert und vollkommen ausgeleert. Sie haben unzählige Morde an der Bevölkerung begangen, die versuchte, sich in das offene Land zu retten. Kinder und alte Leute wurden schlafend in ihren Häusern ermordet, Massenexekutionen wurden außerdem nach Scheingerichtsverfahren durchgeführt. Die Verurteilten wurden gezwungen, das für sie bestimmte Massengrab vor ihrer Exekution zu schaufeln. ... In Herakleion wurden fünf Griechen erschossen, weil sie verabsäumt hatten mitzuteilen, dass sie des Deutschen mächtig waren. ... Ich glaube, dass eine solche Anhäufung von Verbrechen, wie sie von den Deutschen verübt worden sind, einzigartig in der Geschichte ist.
    Der komplette Artikel über den Brief von Tsouderos an Churchill kann hier nachgelesen werden:
    https://portal.dnb.de/opac.htm?query...d=simpleSearch

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