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Thema: Essay: Geliebte Parea

  1. #1
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    Standard Essay: Geliebte Parea

    „Genuss ist in Griechenland ein sozialer Akt. Gegessen wird mit der »Paréa« – der Clique, den Menschen, mit denen wir beisammen sind. Denn alleine ist auch das Paradies nur eine andere Hölle. Der deutsch-griechische Journalist Michalis Pantelouris mit einer Liebeserklärung an seine zweite Heimat.“



    https://www.falstaff.com/ch/news/essay-geliebte-parea
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  2. #2
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    Denn alleine ist auch das Paradies nur eine andere Hölle.
    Eine sehr eigenwillige Definition, die ich auf keinen Fall bestätigen kann.
    Man sollte doch auch sehen, das sich ein Mensch das Leben zur Hölle machen kann.
    Und, was ist allein?
    Nur weil ich hier allein lebe, bin ich doch nicht allein.
    Manche fühlen sich auch in einer Gruppe allein.

    Ich habe das Buch nicht gelesen.
    Würde ich bestimmt auch nicht machen, weil die Ankündigung schon marktschreierisch ist.
    Sollen wir aus seinen Depressionen etwas lernen?
    Armer Kerl, gute Besserung!

    Gruß Bernd

  3. #3
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    Welches Buch?

    Und natürlich haben Griechen ganz andere Vorstellungen vom Ausgehen. Alleine never. Die Griechen. Kenne ich auch so.
    Für westliche Touristen/Ausländer gilt das nicht. Und Bernd, auch wenn du dort wohnst: so lange du nicht fließend Griechisch sprichst, bist zu Tourist. Langzeittourist. Erst recht wenn du alleine ausgehst.
    Und wenn ich mit anderen Ausländern ausgehe, und denen dann erklären muss, dass wir am besten viel verschiedenes bestellen, und alle von allem probieren? Dann winkt die Hälfte ab, und bestellt, isst und bezahlt ihr Essen. Schade drum. Germaniko systemo. Nix verstanden von griechischer Küche.

    Ich gehe aber trotzdem lieber solo als gar nicht, weil nicht alle so Griechenland-affin sind wie ich, und ich auch nicht so sehr kompromissbereit bin im Urlaub.

    Und das heißt nicht, dass es einem solo nicht schmeckt. Diskriminiert worden bin bin ich als Solo-Esserin in GR noch nie. Kein Katzentisch, keine Unfreundlichkeit etc.. Das Karafaki Raki (NACH dem Essen auf Kreta) für zwei gibt es dann solo (muss ich nicht unbedingt leeren).
    Und es ist auch eine Tatsache (leider), dass Gemüse in GR um Längen besser und aromatischer schmeckt als was einem (meist) in D so verkauft wird. Tomaten, Gurken - da ist die Sonne drin.

  4. #4
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    Vielen Dank für deine Zustimmung, auch wenn du das vielleicht nicht wolltest.

    Das mit dem ewigen Touristen oder Zugezogenen habe ich schon in DE erfahren.
    Im Gespräch mit einer Zimmerwirtin in Bayern,
    bezeichnete sie die Leute die 30 Jahre im Dorf wohnen, als Zugezogene.
    Auch wenn mir hier meine Vermieterin sagt:
    "Bernd, du kannst nicht in das kalte Meer zum Schwimmen gehen,
    du bist jetzt Grieche und kein Deutscher mehr",
    dann sehe ich das als reine Höflichkeit an.

    Ich gehe auch sehr oft allein in eine Taverne.
    Und wenn dann im Winter noch kein Tourist da ist,
    ich der einzige Ausländer im Lokal bin,
    das Lokal schon voll ist,
    und für mich ein Katzentisch geholt und aufgestellt wird,
    dann nehme ich den gern an.
    Die Karte brauche ich da nicht, ich frage nach den Tagesgerichten.
    Ein Salat ist dabei Pflicht, das habe ich mir hier richtig angewöhnt.
    Und ich genieße ihn auch, auch wenn die Anderen damit schon fertig sind.
    Von dem Raki trinke ich meistens nur ein Glas.
    Obwohl ich es auch schon geschafft habe das Fläschchen zu leeren.

    Ich muss meine Besucher aus DE regelmäßig dazu überreden, mal von dem Lamm zu kosten.
    Alle haben da Hammel im Kopf, und wundern sich dann über den guten Geschmack.
    Ich glaube auch aus diesem Grund wird in den Hotels kein oder wenig griechisches Essen angeboten.
    Mal etwas Neues probieren geht ja, aber besser ist es wenn man das Bekannte wählt.

    Ob Buch, Essay, Geschichte, Hörspiel oder Aufsatz, das war mir gleich.
    Ich denke da an das schöne Lied: "Nennt es wie ihr wollt, es ist OK..."
    https://www.youtube.com/watch?v=N6Yipnb7J-w

    Mich hat die negative Einstellung aufgeregt die verbreitet wurde.
    Als ob es allen schlecht geht und gehen muss, die allein sind.
    Denn es ist wirklich so, das ich mich in einer Gruppe schon sehr allein gefühlt habe.
    Die habe ich dann auch verlassen, obwohl man da eigentlich mit dabei sein sollte.

    Gruß Bernd

  5. #5
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    Viele servieren die Gurken etc. direkt aus ihrem eigenen Garten, super lecker!
    LG, Tpm

  6. #6
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    Bernd, völlig d'accord. Man kann auch in der Gruppe einsam sein, und alleine vergnügt und glücklich. Gruppenzwang, Gruppendruck und so. Wenn in der Gruppe jeder und jede ins Smartfon guckt, dann ist das auch komisch. Und ob man das Essen wirklich so schmeckt bei der Ablenkung durch die Gruppe?

    Ich mag es, wenn ich alleine am Tisch sitze und beobachte. Ich krieg viel mehr mit als die Paare und Gruppen.
    Bloss mit den halben Vorspeisen, das klappt nicht so oft. Und um viel Essen übrig zu lassen, bin ich zu sehr Schwäbin. Aber ich arbeite daran.

  7. #7
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    Mit der Parea essen zu gehen in Griechenland hat den Vorteil, man hat den Tisch voller kleiner und grösserer Teller und kann von allem probieren. Bei der letzten Reise mit 15 Leuten haben wir immer so bestellt, und es blieb nichts übrig, hat super geschmeckt und der Preis war lachhaft günstig.
    Alleine essen zu gehen auf Kreta oder woanders in Griechenland ist kein Problem, aber ich bin auch schon an den „ Katzentisch „ gesetzt worden ( in Kalamaki) , weil angeblich alles reserviert war für Paare oder Gruppen.
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  8. #8
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    Ich will meinen Urlaub gar nicht in einer Gruppe verbringen, weil ich alleine viel freier bin. Alleine zu sitzen und zu beobachten ist auch schön. Aber es stimmt wie Kithira sagt die Vorspeisen die wir früher zu dritt gegessen haben, sind alleine einfach zuviel. Allerdings wurde ich schon einige Male von Griechen mitleidig gefragt, warum ich alleine bin, weil das nicht ihrer Mentalität entspricht. Jedenfalls ich genieße es, freue mich aber zu Hause wieder Familie und Bekannte zu treffen (bis zum nächsten Urlaub).
    Liebe Grüße
    Pezl

  9. #9
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    Also, so gesehen bin ich auch schon mit der Parea ausgegangen.
    Es zählt ja wohl auch, wenn ich die Gäste zu meinem Geburtstag einlade.
    Auch wenn wir nur 5 Personen waren.
    Die Griechen haben den Auftrag bekommen von allem was sie wollen etwas zu bestellen.
    Das haben sie auch immer zu meiner Zufriedenheit gemacht, und dabei auch Augenmaß gehabt.
    Natürlich konnte jeder von allen Speisen essen.
    Das war für mich schon mehrfach ein Überraschungsabend.
    Dabei habe ich zum ersten Mal gesehen, dass die Teller und Schüsseln auf dem Tisch übereinander standen.
    Ich hatte zwar schon davon gehört, aber da habe ich es selbst erlebt.
    Und ihr könnt mir glauben, es ist nicht viel übrig geblieben.
    Natürlich kommt es da vor das sie sich auf griechisch unterhalten und ich bin raus.
    Das stört mich aber überhaupt nicht.
    Ich sehe ihre Gesichter, ihre Gesten, merke ob die Chemie zwischen ihnen stimmt.
    Irgend wann merken sie das ich auch noch da bin...
    Ich freue mich in ihrer Gesellschaft sein zu können.

    Genau so geht es mir auch in der Taverne wenn ich allein unter Griechen bin.
    Die Gespräche an den Nachbartischen vergleiche ich dann immer mit dem Meeresrauschen.
    Da finde ich es vorteilhaft, dass ich die Sprache nicht verstehe.
    Zu sehen gibt es aber immer genug.

    Vor dem Katzentisch habe ich keine Angst. Meistens suche ich ihn.
    Denn wenn ich allein ins Lokal komme, dann will ich nicht einen großen Tisch in Beschlag nehmen.

    Ja, und die Sache mit dem Handy.
    Meistens lasse ich es in der Fahrradtasche.
    Und wenn ich nach Kalives gehe, dann habe ich nur die Kreditkarte in der Tasche.
    Ich schätze mich nicht so wichtig ein, dass ich immer und überall erreichbar sein muss.
    Erinnert euch mal: vor etwa 10 Jahren haben wir auf die Jungen geschimpft,
    die sich auch im Lokal nicht von ihrem Handy trennen konnten.
    Heute ist das keine Frage des Alters mehr, die Alten sind jetzt genau so süchtig wie die Jungen damals.
    Wenn der Enkel anruft, muss man erreichbar sein.

    Bernd, völlig d'accord.
    Ich vermute mal, das ist Zustimmung.
    Manchmal bin ich zu faul ein neues, trendiges Wort nachzusehen.
    Ursula kann ein Lied davon singen, wenn ich etwas suche oder ein Bild hochlade, ohne Ahnung was es darstellt.
    Danke Ursula, dass du meine Faulheit unterstützt

    Ich habe auch schon festgestellt das ich allein viel länger in einer Taverne sitze, als dann wenn ich Gäste habe.
    Und sehr oft war ich auch schon der einzige Gast.
    Vor allem wenn ich in die Berge fahre. In Chiliomoudou und Samonas war ich schon öfter der einzige Gast.
    Wenn ich da nach dem Tagesgericht frage,
    werde ich meist mit in die Küche genommen und konnte sehen was heute gekocht wurde.
    Einen Salat gibt es überall, meistens mit Tzatziki. Und überall anders, auch jedes Mal eine Überraschung.
    Ich habe noch keinen stehen gelassen.
    Und wenn ich dann wieder zur Küche gehe um zu bezahlen, dann höre ich ein: "sit down".
    Nach etwa 15 min bekomme ich dann einen Teller mit frisch gebackenen Teigbällchen und Honig darüber.
    Dann muss ich aber wirklich gehen.

    Ich wünsche euch ebenfalls schöne Erlebnisse, entweder in der Parea oder allein.

    Gruß Bernd

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