
Zitat von
Elvetakis
Der Widerspruch besteht meiner Meinung nach darin, dass der "Aber..." Satz bereits eine Verharmlosung ist und damit dem ersten Satz in die Quere kommt. Rhetorisch zu fragen, wieviele Menschen Covid-bedingt im Vergleich zu anderen zurzeit auf der Intensivstation liegen, ist für mich eine vielschichtige Verharmlosung:
1. bezieht sich die Beobachtung ja auf Deutschland. Aussagen von ÄrztInnen weltweit belegen, dass die Überlastungen durch Covid in Ländern wie Italien einzigartig und nicht zu vergleichen sind
2. Damit verbunden ist Punkt 2: Der Schluss lässt sich wohl (so Epidemiologen) nur aufgrund des Lockdowns in Deutschland ziehen. Über die Gefährlichkeit des neuen Coronavirus sagt die derzeitige Lage in den Spitälern Deutschlands aber wenig aus.
3. In anderen Ländern wie den USA, Brasilien, Russland... wütet das Virus immer noch, der Vergleich fasst also zu kurz und verharmlost - ohne genauere Zahlen zu kennen - wohl die Zahl der durch Covid intensiv gepflegten weltweit. Dass dem so sein könnte, zeigt die Tatsache, dass in Risikogebieten die Intensivbetten in der Regel massiv aufgestockt werden mussten.
4. Verharmlost der Vergleich an sich zwischen dem neuen Coronavirus und "anderen Infektionskrankheiten" schon das Ausmass und die Gefährlichkeit von Covid, sollte damit etwa eine Grippe gemeint sein, wie man oft hört. Natürlich gibt es schlimme Infektionskrankheiten, die v.a. ausserhalb Europas ständig präsent sind, das bestreite ich gar nicht. Im Kontext der Coronamassnahmen-KritikerInnen läuten bei mir aber die Alarmglocken, wenn ich solche Vergleiche lese. Auch hier: Die genauen Zahlen kenne ich nicht, ich verlasse mich da mehr oder weniger auf das, was ich den letzten Wochen so in den Medien gelesen habe.
Das waren so meine Gedanken. Man möge mich kritisieren, sollten die Punkte falsch sein, oder ich der Autorin etwas unterstellt haben.