Antigen-Schnelltest schneidet bei klinischer Studie schlecht ab
Der in der Schweiz zugelassene Antigen-Schnelltest schneidet im direkten Vergleich mit PCR-Tests schlecht ab: Unter 141 mit dem Coronavirus infizierten Personen erkannte er bloss zwei von drei Infektionen. Noch schlechter schnitt der Schnelltest bei Infizierten ohne Symptome ab: Er erkannte nur 44 Prozent der PCR-positiven Personen. Die im Fachmagazin «International Journal of Infectious Diseases» veröffentlichten Resultate, Link öffnet in einem neuen Fenster weichen demnach erheblich von den Herstellerangaben ab, wie das Inselspital und die Universität Bern am Donnerstag mitteilten.
Das Berner Forschungsteam ermittelte erstmals die diagnostische Genauigkeit des Antigen-Schnelltests von Roche im klinischen Umfeld, indem sie die von speziell geschulten Fachleuten entnommenen Proben parallel mit beiden Testverfahren auswerteten.
In der Stichprobe von 1465 Tests ergab der PCR-Test demnach, dass 141 Personen (9.6 Prozent) mit dem Coronavirus infiziert waren, der Schnelltest erkannte 95 Infektionen (6.4 Prozent). In der Praxis sei davon auszugehen, dass namentlich bei der Probeentnahme eher noch schlechtere Werte erzielt würden, hiess es in der Mitteilung.
«Potenziell besteht somit das Risiko, dass Antigentests die Pandemie verstärken, anstatt sie zu bremsen», sagte Studienleiter Michael Nagler vom Inselspital.